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Hier finden Sie die aktuellen Veranstaltung und Nachrichten des OEZA Liaisonbüros.

Bachmut in Bochum - Fotoreportage von Victoria Ivleva

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© Victoria Ivleva: Bachmut, Februar 2023, Allerheiligenkirche UOC

Ausstellung von Victoria Ivleva in der Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Bochum zeigte in Zusammenarbeit mit dem Osteuropa-Kolleg NRW und dem Seminar für Slavistik / Lotman-Institut der Ruhr-Universität eine aktuelle Fotoreportage von Victoria Ivleva.

Bei der Eröffnung am Dienstag, dem 16. Mai um 18 Uhr im Schreibcafé in der Universitätsbibliothek war die renommierte Fotojournalistin anwesend. Ivleva zeigte fünfundzwanzig Schwarz-Weiß-Fotografien von einer Reise nach Bachmut in der ersten Februarhälfte 2023, zu sehen auf Etage 1 der UB. 

Die Ausstellung wurde vom 16.5. bis 31.7.2023 eröffnet. 

Der Katalog zur Ausstellung ist im Open Access und in einer kleinen Druckauflage erschienen. Kurator der Ausstellung ist Oleh Sosnov, Ukraine.

Leben unter Beschuss

"Die ersten Geräusche, die man von Bachmut hört, - das sind anhaltende dröhnende Echos von Schüssen und Explosionen, die aus verschiedenen Richtungen kommen. Manchmal verstummen diese Geräusche, aber die Stille, die dann eintritt, wirkt nicht weniger bedrohlich. Du machst einen Schritt und weißt nicht, was als Nächstes passieren wird. Du weißt nur: du bist völlig ungeschützt und nur einen Augenblick vom Tod entfernt. Oder ein paar Zentimeter. Das Gefühl einer nichtgreifbaren Gefahr, die hinter jeder Ecke lauert, lässt dich nicht eine Sekunde los.

Du bist ständigem psychischen Druck ausgesetzt. Hier ist es schwierig, einen vom Krieg unberührten Ort zu finden, und jeder einfache Gang auf die Straße kann der letzte deines Lebens sein. Jeden Tag sterben Menschen in dieser Stadt."

... so beschreibt Victoria Ivleva die Eindrücke von ihrer Reise nach Bachmut.

Victoria Ivleva

Video-Porträt in der ARD-Mediathek der ARD-Kultursendung ttt - titel, thesen, temperamente vom 2.4.2023 (Dauer 6 Minuten).

Seit März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, lebt Victoria Ivleva in Kyiv und unterstützt aktiv den Freiheitskampf des Landes. Ihre Tätigkeiten gehen über die einfache Dokumentation der Ereignisse hinaus. Im Februar 2023 engagierte sie sich in Bachmut bei der Evakuierung von Menschen, die aufgrund mangelnder Kraft nicht in der Lage waren, ihre Häuser zu verlassen.

Victoria Ivleva wurde für ihr herausragendes Engagement mehrfach geehrt. Bereits 1992 erhielt sie den World Press Photo Golden Eye Award für ihr Fotoprojekt über die Tschernobyl-Katastrophe. Im Jahr 2008 wurde ihr der "Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas" verliehen, gefolgt vom "Andrei Sakharov Order For Courage" im Jahr 2014.

Eröffnung

Zur Eröffnung am 16. Mai um 18 Uhr s.t. im Schreibcafé in der UB begrüßten Dr. Jörg Albrecht, Direktor der Universitätsbibliothek und Dr. Christina Reinhart, Kanzlerin der RUB. Zur Einführung sprachen Edwin Warkentin, Vorstand des Osteuropa-Kollegs NRW und Prof. Dr. Yvonne Pörzgen, Seminar für Slavistik / Lotman-Institut, RUB.
Victoria Ivleva berichtete und beantwortete Fragen.



Sommerschule 2023 mit der Nemzow-Stiftung

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Organisatorin Elena Resch (links) und Rektor Martin Paul freuen sich sehr über den Besuch von Zhanna Nemzowa an der Ruhr-Universität Bochum – hier zur Eröffnung der Summer School.

Eine Stimme für die Demokratie

Zhanna Nemzowa ist zu Gast in Bochum. Auf Einladung der Nemzow-Stiftung findet eine zweiwöchige internationale Summer School statt.

27 junge Medienleute sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Osteuropa besuchen zwei Wochen lang eine Summer School an der Ruhr-Universität Bochum. Auf Einladung der „Boris Nemzow Stiftung für die Freiheit“ absolvieren sie noch bis zum 28. Juli 2023 die „Nemzow Summer School of Journalism“ in Bochum unter der Leitung von Zhanna Nemzowa. Sie ist die älteste Tochter des 2015 ermordeten Politikers Boris Nemzow. Das Büro für Osteuropa/Zentralasien der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) organisiert den Aufenthalt im Ruhrgebiet.

Ziel der Summer School ist es, die liberale Journalismus-Community zu erhalten, also den unabhängigen Journalismus in russischer Sprache. Den Teilnehmenden sollen darüber hinaus die Möglichkeiten wissenschaftlicher Karriere in Deutschland veranschaulicht werden. „Medien spielen eine gewichtige Rolle in einer funktionierenden Demokratie. Daher ist es unerlässlich, für Presse- und Meinungsfreiheit einzutreten und die demokratischen Kräfte zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum. „Unser Dank geht besonders an Zhanna Nemzowa, dass sie mit dieser inspirierenden und thematisch hochaktuellen Summer School zu uns nach Bochum gekommen ist.“

Die Summer School wurde bislang an der Karlsuniversität in Prag durchgeführt.

Individuen werden gefördert

Die Veranstaltung gehört nun zu den Aktivitäten der UA-Ruhr mit Osteuropa-Bezug. Dieser Schwerpunkt ist auch nach der Umstrukturierung des Büros für Osteuropa/Zentralasien weiterhin von großer Bedeutung. „Die Ruhr-Universität unterscheidet zwischen staatlichen oder politischen Strukturen und Individuen. So musste seit Kriegsbeginn in der Ukraine die Kooperation mit staatlichen russischen Einrichtungen eingestellt werden; dennoch sind uns natürlich alle Menschen auf unserem Campus willkommen, die auf dem Boden unserer freiheitlichen, westlichen Werte stehen und die sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und akademische Freiheit einsetzen“, erläutert Elena Resch, Leiterin des Liaison Office Eastern Europe/Central Asia der UA Ruhr.

Ein Baustein der Internationalisierung

Die Philosophie und Ausrichtung der Summer School passt sehr gut zur Strategie der Internationalisierung an der Ruhr-Universität Bochum, die sich in den vergangenen Jahren deutlich herausgebildet hat. Im Kern geht es um

  • das Engagement für die Wahrung der akademischen Freiheit in unterschiedlichen Kontexten,
  • das Eintreten für gefährdete, geflüchtete oder vertrieben Zielgruppen und
  • das Bemühen, ihnen neue Perspektiven an der Ruhr-Universität zu eröffnen.


“Die Tochter ihres Vaters”: Lesung von Zhanna Nemtsova

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© Zhanna Nemtsova: Die Tochter ihres Vaters

Lesung vom 22.07.2023

Während der diesjährigen Summer School der Boris Nemtsov Foundation for Freedom, die an der RUB abgehalten wurde, präsentierte Zhanna Nemtsova ihr Buch mit dem Titel "Die Tochter ihres Vaters".

Zhanna Nemtsova ist Gründungsmitglied der Boris-Nemtsov-Stiftung für Freiheit und arbeitet unter anderem als freiberufliche Journalistin und Medienproduzentin. Sie ist die Tochter des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemtsov, der im Jahr 2015 in Moskau ermordet wurde.

Die Summer School für Journalismus und soziokulturelle Studien stellt ein jährliches Weiterbildungsprogramm dar, das sich an junge Journalistinnen und Autoren aus aller Welt richtet. Im Jahr 2023 wurde die Summer School vom 16. bis 29. Juli an der Ruhr-Universität in Bochum abgehalten und vom UA Ruhr Liaison Office Osteuropa-Zentralasien (OEZA) organisiert.

Die Buchvorstellung fand am Samstag, dem 22. Juli, um 15 Uhr im Schreibcafé in der Universitätsbibliothek statt.